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Doris Hoffmann berichtet von ihrer Indienreise im Jahr 2014

Eines der Projekte, die der EineWeltladen unterstützt ist der Indienkreis e.V. Rösrath. Er unterhält und fördert zahlreiche Projekte in den ärmsten Teilen Indiens. In Jahrzehnten unermüdlichen Engagements sind dort Einrichtungen für Waisenkinder, Schulen für behinderte Kinder, Altenheime und Siedlungen für Leprakranke aus Spendengeldern erbaut worden.

In verschiedenen Bildungseinrichtungen wurde außerdem Hunderten von
Mädchen eine Berufsausbildung ermöglicht.
Viele Kinder und alte Menschen wurden direkt auf der Straße aufgelesen.
Ich habe selten so dankbare, glückliche und fröhliche Menschen erlebt!
.
Zum Konzept dieses Indienkreises gehört es, dass jedes Jahr eine Gruppe
junger Leute und Studenten zu einem Arbeitseinsatz nach Indien fährt.
Ziel ist es, jedesmal ein neues Projekt zu beginnen und die bereits laufenden
Einrichtungen zu besuchen.
Gleichzeitig soll jungen Menschen ein Einblick in die soziale Not dieser Welt
und ein Gefühl für unseren Wohlstand vermittelt werden.

Im Juli 2014 habe mich mit 6 jungen Leuten auf den Weg gemacht, nach
Chennai und Kornol im Süden Indiens.

In Chennai besuchten wir zunächst Father Gerad, der seit Jahren vom
Indienkreis und aus Geseke unterstützt wird.
Da er in seiner Kindheit selbst die Not eines Waisenkindes erlebt hat, war
die Errichtung von sozialen Projekten sein Herzensanliegen.
Mit Spenden aus Europa errichtete er Schulen und Wohnheime für
Waisenkinder. Später kamen weitere Projekte dazu.
Zu seinem Lebenswerk gehören Altenheime und Leprasiedlungen.
Viele der errichteten Häuser tragen auf ihren Spendertafeln den Namen
" Geseke "
Bei den Besuchen in all diesen Einrichtungen wurde uns eine
unbeschreibliche, fast beschämende Dankbarkeit und Ehrerbietung
entgegengebracht.
Für diese Menschen war unser Kommen und unsere Hilfe vom
"anderen Ende der Welt" eine unbegreifliche Wertschätzung.
Für sie war unser Engagement aus Deutschland ein Geschenk des
Himmels, dass ihr Leben fairändert hat.

In der 2. Woche reisten wir weiter zu Father Marredy.
Er ist ein weiterer Partner des Indienkreises, der mit großem Engagement
rund um sich ein soziales Netz geschaffen hat. Als ehemaliges "Patenkind"
möchte er zurückgeben, was er bekommen hat.
Da, wo er die Not sieht, wird er aktiv. So hat er die erste Schule für
gehörlose Kinder in Südindien gegründet.
Häuser für behinderte Kinder gehören ebenso zu seinen vielfältigen
Einrichtungen wie Internate für Kinder aus den untersten Schichten.
Insbesondere die Förderung und Bildung der Mädchen gehören zu seinen
großen Anliegen. Es gibt ein College speziell für Mädchen, die Abitur
machen wollen, oder Berufsschulen, wo junge Frauen eine Ausbildung
bekommen als Krankenschwester, Lehrerin oder Näherin.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unser Arbeitseinsatz führte uns in abgelegene Dörfer im Bundestaat Andrah Pradesh, wo die Menschen aus der untersten Kaste in armseligen Hütten aus Stroh und Planen leben, ohne Wasserversorgung, ohne Toiletten. Sie fristen ihr Dasein als billige Feldarbeiter für einen Großgrundbesitzer.
Sobald der heftige Monsumregen einsetzt werden die Hütten jedes Jahr von den Fluten weggerissen. Der einzige Dorfbrunnen wird dabei von Unrat und Fäkalien überschwemmt und Krankheiten breiten sich aus. Von unseren mitgebrachten Spendengeldern wurde nun der Bau von soliden, festen Steinhäusern mit Wasserversorgung in Angriff genommen.
Die Tatsache, dass wir Deutschen mit unserer feinen weißen Haut extra von weit her kommen und uns schmutzig machen, um ihnen ein Haus zu bauen - das war für diese Menschen unbegreiflich!!
Ein Motivationsschub ging durch das ganze Dorf und brachte alle in Bewegung. So arbeiteten wir bei ca 35° sprichwörtlich im Schweiße unseres Angesichtes Seite an Seite mit indischen Frauen und Männern auf den Baustellen.
Wo ein Tropfen (Hilfe) auf die Erde fällt, lässt er Leben aufblühen.