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Jeanette Wiedenbeck berichtet von ihrer Indienreise im Jahr 2012

Als ich im Juli 2012 mit einer Gruppe Jugendlicher und dem Leiter der Gruppe Herrn Karl Marx in Indien ankam, empfing uns eine Hitzewelle und ein Geruch von Abgasen stieg uns in die Nase. Obwohl es mitten in der Nacht war, war die Stadt Madras (Chennai) voller Menschen.
Wir wurden von Pater Gerard und Schwester Jaqueline empfangen und in
einer Schule unweit der Stadt untergebracht.
In dieser Schule, welche Pater Gerard leitet, lernen Jungen und Mädchen
gemeinsam und bleiben hier die ganze Woche in einem sogenannten
Hostel. Sie werden mit den Schulbussen am Freitag nach Hause
gefahren. Die Kinder sind hier sehr glücklich und lernen bereits ab dem
ersten Schuljahr Englisch.
Überhaupt sprechen in Indien sehr viele Menschen sehr gut englisch.

Die Kinder begrüßten uns mit Tanz und Gesang und ehrten uns mit selbst-
gebastelten Blumenketten, welche wundervoll nach Jasmin dufteten. Das war
sehr ergreifend für uns.

Die Kinder sind wissbegierig und anhänglich. Sie wollten uns anfassen und
von uns Autogramme haben.

Angrenzend an die Schule befindet sich das Altenpflegeheim, welches
von Schwester Jaqueline geleitet wird.
Was für eine herrliche Anlage. Der schöne Garten erinnert an ein Paradies.

In einem Zimmer wohnen mehrere alte Menschen. Der Standard ist etwas'
anders als bei uns. Aber es ist sauber und gepflegt und es herrscht eine
sehr freundliche Atmosphäre. Mir gefiel es gut hier.

Die Schwestern sind herzlich und richtig lustig.

 

 

In Madras (Chennai ist der neue Name der Stadt) besuchten wir auch
die Leprastation, welche vom Eine-Welt-Laden und anderen Institutionen
finanziert und erbaut wurde.
Mittlerweile sind hier über 80 Häuser entstanden.
Es war sehr ergreifend und gut zu sehen, dass die Lepra-Kranken, welche
von der Bevölkerung ausgestoßen wurden, hier ein Heim und gute
Versorgung erhalten.
Ganze Familien wohnen zusammen mit ihren leprakranken Angehörigen
hier in diesem erbauten Dorf in massiv gebauten Häusern.
Die Slumbewohner am Rande des Lepradorfes sind neidisch auf den
Wohlstand der Leprabewohner und attackieren diese in der Nacht.
Die Bewohner sind sehr stolz und sie zeigten uns alles und luden uns
zur Limo ein.
Nur die Abwasseranlage breitet einen starken Gestank über das Dorf aus. Sie zieht sich an den Häusern vorbei und liegt offen. Das ist nicht gut, aber die Behörden in Indien wollen Schmiergelder in großen Mengen haben, damit die Genehmigung für eine geschlossene Anlage erteilt werden kann.
Pater Gerard weigert sich aber verständlicherweise, diese Schmiergelder zu zahlen.

Als wir uns ein paar Tage in Madras und Umgebung umgeschaut haben, fuhren wir weiter an unseren eigentlichen Arbeitseinsatzort Kurnool. Hier halfen wir mit, Häuser für die Opfer einer Flutkatastrophe zu erbauen. Es war bei der Hitze mächtig anstrengend, aber es machte auch Freude mit den Indern zu arbeiten und zu scherzen.

Insgesamt verbrachten wir etwas mehr als drei Wochen in Indien. Herr Marx überbrachte die Spenden von seinem Indienkreis e.V. und unserem Eine-Welt-Laden an die von uns gewünschten Stellen.
Ich danke den Indern für ihre Gastfreundschaft und Herrn Marx für die Erfahrung, welche ich zusammen mit den anderen in Indien machen durfte.
Die Menschen dort haben mir sehr imponiert durch ihre offene, freundliche und neugierige Art zu leben.

Auch wenn es uns finanziell oft viel besser geht als Ihnen, können wir doch von ihnen lernen. Denn sie wirken in ihrer Einfachheit sehr glücklich.

Jeannette Wiedenbeck